Lehrende - Lebenslauf

Huw Rhys James

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Studium / Abschlüsse

Huw Rhys James studierte Germanistik an der Universität Bristol, England und anschließend von 1984 bis 1992 Tonsatz, Klavier und Korrepetition an der Wiener Musikhochschule. 1984—1987 Tonsatz bei A. Kubizek, 1986—1991 Klavierpädagogik bei W. Fleischmann, 1987—1992 Korrepetition bei H. Goertz.

Vita

Pädagogische Berufspraxis

  • Noch während des Studiums erhielt Huw Rhys James 1990 ein Engagement als Korrepetitor im Opernstudio der Wiener Staatsoper.
    1991 wurde er Musikalischer Leiter der Opernklasse am Prayner Konservatorium (Künstlerischer Leiter Josef Zehetgruber).
  • Seit 2002 unterrichtet Huw Rhys James an der Musik und Kunst Privatuniversität Wien.
  • Er unterrichtet das Zentral Künstlerische Fach Opernkorrepetition und hat auch das Zentral Künstlerische Fach Lied und Oratorium unterrichtet (2008/09 und 2011/12).
  • Von 2002 bis 2004 war er Leiter des Jugendkammerorchesters.
  • Zweimal hat er das Sinfonieorchester des MUK geleitet:
    2003 beim Orchesterkonzert der KWPU im Wiener Konzerthaus,
    2004 als Künstlerischer Leiter der Opernproduktion Das Sonnenhaus von Einojuhani Rautavaara (in Koproduktion mit der Musikwerkstatt Wien)

 

Künstlerische Berufspraxis

Konzertpianist
Er begann seine Laufbahn als Konzertpianist. In den 1980er Jahren bildete er ein Kammermusikduo mit der Geigerin Maria Kubizek. 1985 spielten die beiden Musiker beim Preisträgerkonzert des Wettbewerbes Musica Juventutis im Wiener Konzerthaus. In den nächsten Jahren konzertierte Huw Rhys James regelmäßig als Kammermusiker, Liedbegleiter und Solist in England, Deutschland und Österreich. Er hat auch mehrere Konzertreisen nach China absolviert.

Korrepetitor und Dirigent
1990 erhielt er noch während des Studiums ein Engagement als Korrepetitor am Opernstudio der Wiener Staatsoper und 1992 eine Position als Korrepetitor und Dirigent am Linzer Landestheater. In den darauffolgenden Jahren wurde Dirigieren der Schwerpunkt seiner künstlerischen Tätigkeit.
1994 wechselte er als Korrepetitor und Dirigent an die Wiener Volksoper, wo er unter anderem die Produktionen The Consul (Gian Carlo Menotti), L’elisir d’amore, Don Pasquale und My Fair Lady dirigierte.
Als Korrepetitor und Dirigent hat Huw Rhys James mit Dirigenten wie Thomas Hengelbrock (unter dessen Leitung er Continuo gespielt hat), Nikolaus Harnoncourt, Howard Arman, Sebastian Weigle, Kyrill Petrenko, Daniele Gatti, Franz Welser-Möst, und Riccardo Muti zusammengearbeitet.

Chordirektor
1996 und 1997 war Huw Rhys James Assistent des Chordirektors der Bayreuther Festspiele, Norbert Balatsch und betreute in dieser Funktion die Produktionen Parsifal, Die Meistersinger von Nürnberg und Der Ring der Nibelungen.

Von 2014 bis 2023 war ist er einer der Chordirektoren der Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor. Er war als Chordirektor für viele Produktionen bei den Salzburger Festspielen verantwortlich, unter anderem:

  • Giacomo Rossini La Cenerentola (mit Cecilia Bartoli)
  • Giuseppe Verdi Luisa Miller (mit Placido Domingo, Musikalische Leitung James Conlon)
  • Luigi Nono Intolleranza 1960 (Musikalische Leitung: Ingo Metzmacher) 
  • W. A. Mozarts Cosi fan Tutte (Musikalische Leitung: Joana Mallwitz) 
  • A. Boito Mefistofele (Musikalische Leitung Riccardo Muti, konzertant)
  • Giuseppe Verdi Quattro Pezzi Sacri (Musikalische Leitung Riccardo Muti, konzertant)
  • B. Martinu Greek Passion (Musikalische Leitung Maxim Pascal)


Postionen als Artistic Director
1996 gründete Huw Rhys James die Musikwerkstatt Wien, die sich unter seiner künstlerischen Leitung zu einem der führenden österreichischen Ensembles für zeitgenössisches und barockes Musiktheater entwickelte.
Die Musikwerkstatt Wien hat bei internationalen Festivals wie dem Chicago Humanities Festival, dem Musikherbst Odense, und der Musikbiennale Zagreb gastiert.
Die Musikwerkstatt Wien brachte 26 Opernproduktionen auf die Bühne, darunter 5 Barockopern, 5 Uraufführungen und 11 österreichischen Erstaufführungen. Die österreichische Erstaufführung von Gottfried von Einems Oper Der Zerrissene 1999 war eine Koproduktion zwischen der Musikwerkstatt Wien und der Wiener Staatsoper.

Zeitgenössische Oper
Hervorzuheben in diesem Kontext sind die Produktion der Funk Jazz Oper Tania des Afro-Amerikaners Antony Davis, die Avantgarde Kunst des Inders Param Vir (Broken Strings), die elektronische Oper Sucktion der US-Amerikanerin Anne le Baron und die von israelischer Folklore inspirierter Oper Cain and Abel der israelischen Komponistin Tsippi Fleischer.

Barockoper
Mit den erfolgreichen Produktionen von G. F. Händels Opern Orlando und Tamerlano mit dem 2001 von James gegründeten Barockorchester Musica Poetica Wien setzte sich die Musikwertstatt Wien für die konsequente Aufführung von Barockopern mit Originalinstrumenten in Wien ein. Huw Rhys James setzte damit wichtige Impulse zur Wiederbelebung der Barockoper in Wien.
Besonders hervorzuheben in diesem Kontext sind die Wiederentdeckung von Leonardo Vincis Oper L’Artaserse (2007) und Francesco Contis Don Chisciotte in Sierra Morena (2009). Für beide Werke war die Neuproduktion der Musikwerkstatt Wien die erste Aufführung seit dem 18. Jahrhundert.

Kulturreihe Hietzing
2024 gründete Huw Rhys James die Kulturreihe Hietzing, die ungewöhnliche Projekte realisieren und neue Impulse für das Kulturleben Wiens setzen will.

Jugendförderung
Ein weiterer wichtiger Aspekt seiner Arbeit ist die Förderung junger Künstler, u.a. durch Aufträge für neue Werke. Vier junge Komponisten erhielten Opernaufträge durch Huw Rhys James. Drei dieser Komponist*innen (Luis Saglie, Katharina Gebauer und Christoph Ehrenfellner) waren Studierende der MUK. Alle vier Werke wurden von der Musikwerkstatt Wien uraufgeführt.

Musikwissenschaft
Huw Rhys James ist als Musikwissenschafter tätig. Für die Aufführungen der Opern Artaserse und Don Chisciotte erstellte er eine Urtext Edition und Aufführungsmaterial auf Basis der Autographe in der österreichischen Nationalbibliothek. Beide Werke sind in der Reihe Rediscovering Rokoko - Die Wiener Hofopern vor Mozart erhältlich, die von der Musikwerkstatt Wien herausgegeben wird.
2019 war er Autor und Herausgeber des Buchs Felix Kaufmann’s Songs Of The Mises-Kreis: Wiener Lieder zu Philosophie und Ökonomie, die erste vollständige Ausgabe der Lieder des Wiener Philosophen Felix Kaufmann samt der erstmaligen Übersetzung aller Lieder in die englische Sprache. Huw Rhys James hat auch Libretti in die deutsche Sprache übersetzt: La Voix Humaine von Cocteau/Poulenc, Die Bettleroper von John Gay (gemeinsam mit dem Regisseur Peter Pawlik) und Das Sonnenhaus von Rautavaara.

Kompositionen und Arrangement
Bühnenmusik für Der Eingebildete Kranke (Moliere, Theater in der Josefstadt 2004 / Otto Schenk), Arrangements für Rene Rumpolds Theaterstück Piaf — Ich bereue Nichts (2011), Arrangement für Klaviersolo von vier Liedern des walisischen Komponisten Meirion Williams (2012), Neu-Bearbeitung von Felix Kaufmanns Wiener Lieder zu Philosophie und Ökonomie.

Aufnahmen
Seine Aufnahmen dokumentieren vor allem seine Arbeit im Bereich Musiktheater und Liedbegleitung.
Neben den Videoaufnahmen der einzelnen Produktionen der Musikwerkstatt Wien sind folgende Tonaufnahmen von Bedeutung:

  • Philip Glass’ The Fall of the House of Usher, die von dem US National Endowment for the Arts als Begleitmusik zu dem Hörbuch des Originals in der Reihe The Big Read verwendet wurde.
  • Powder Her Face von Thomas Ades, Tania von Antony Davis, Das Sonnenhaus von Rautavaara,
  • Vatermord des österreichisch-taiwanesischen Komponisten Shih für die ORF Edition,
  • Don Chisciotte in Sierra Morena von Francesco Conti,
  • ORF-Fernsehaufnahme von Der Eingebildete Kranke (Theater in der Josefstadt)
     

Als Pianist hat er vor allem als Liedbegleiter CD Aufnahmen gemacht, unter anderem

  • Schuberts Winterreise mit dem englischen Bariton Gordon Harris,
  • ein Schubert und Wolf Programm mit der österreichischen Altistin Heidrun Götz,
  • eine Karl Schiske-Einspielung für die ORF-Edition mit dem Cellisten Wolfgang Panhofer.
  • Chansons von Edith Piaf und Felix Kaufmanns Wiener Lieder zu Philosophie und Ökonomie mit Anna-Maria Birnbauer (Wiener Staatsoper).

Publikationen

Liste der Produktionen der Musikwerkstatt Wien. 1995 „Pierrot Lunaire“; Arnold Schoenberg. 1996 „La Voix Humaine“; Francis Poulenc. 1997 „The Fall of the House of Usher“; Philip Glass. 1998 „Weisse Rose“; Udo Zimmermann. 1999 „Der Zerrissene“; Gottfried von Einem (ÖE/Koproduktion mit der Wiener Staatsoper). 1999 „Snatched by the Gods“; Param Vir (ÖE). 1999 „Broken Strings“; Param Vir (ÖE). 2000 „Powder Her Face“; Thomas Ades (ÖE). 2000 „Vatermord“; SHIH (Erste szenische Aufführung). 2001 „Orlando“; G. F. Händel (ÖE). 2001 „Die Fremde“; Johanne Doderer (UA). 2002 „Tamerlano“; G. F. Händel (ÖE). 2003 „Tania; Antony Davis (ÖE). 2004 „Terrible Mouth“; Nigel Osborne (ÖE). 2004 „Das Sonnenhaus“; Einojuhan Rautavaara (ÖE/Koproduktion mit der MUK). 2005 „Cain and Abel“; Tsippi Fleischer (ÖE). 2005 „Die Bettleroper“; John Gay (Koproduktion mit der Wiener Kammeroper; Neue deutschsprachige Fassung von Huw Rhys James und Peter Pawlik). 2006 „El dia de la Liberacion“; Luis Saglie (UA/Koproduktion mit der MDW). 2006 „Der Kaiser von Atlantis; Viktor Ullmann. 2007 „L’Artaserse“; Leonardo Vinco (ÖE). 2009 „Don Chisciotte in Sierra Morena“; Francesco Conti (Wiener Erstaufführung). 2009 „Szenen aus Anatol; Katharina Gebauer (UA). 2009 „Mae Mona“; Christoph Ehrenfellner (UA). 2011 „Piaf — Nein, ich bereue nichts“; Rene Rumpold (UA). 2012 „Sucktion“; Anne le Baron (ÖE). 2012 „Miss Donnithorne’s Maggot“; Peter Maxwell Davies.

Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien

seit 2002