Interactive Music Mapping Vienna

Exploring a City. 1945 up to the Present Day

Projektleitung: Univ.-Prof.in Dr.in Susana Zapke
ProjektmitarbeiterInnen: Univ.-Prof.in Dr.in Silvia Miksch (ISIS, TU Wien), Paolo Federico (PostDoc, TU Wien, ab 2018), Velitchko Filipov (PhD candidate, TU Wien), Dr.in Rosemarie Burgstaller (MUK), Mag.phil. Paul Lohberger (MUK), Univ.-Prof. Dr. Stefan Schmidl (MUK), Mag. Georg Kö (MUK)

Laufzeit: Beginn 2017, Dauer 3 Jahre

Nationale Forschungspartnerin: Institute of Software Technology & Interactive Systems, Technische Universität Wien

Gefördert von: FWF–Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung, AR 384-G24 Programm zur Entwicklung und Erschließung der Künste (PEEK)

Die Rolle von Musik im urbanen Kontext als gesellschaftliches Identifikationsinstrument und die Frage, wie Musik zu städtischer Symbolpolitik funktionalisiert wird, stehen im Mittelpunkt des Forschungsprojekts Interactive Music Mapping Vienna. Wie das „sinnliche“ Medium Musik Generator von Atmosphäre und Stimmung ist und dabei nicht nur ideologische Subjekte hervorbringt, sondern auch die Vorstellung spezifischer städtischer Sphären, soll am Beispiel der Stadt Wien exemplarisch dargestellt werden. Dieser Forschungsschwerpunkt wurde mittels Verschränkung wissenschaftlicher und künstlerischer Zugangsweisen und Praktiken in unterschiedlichen Projekten seit 2012 an der MUK etabliert.

Damit verbunden sind kulturelle und soziale Praktiken, die es zu identifizieren und zu erschließen gilt, denn das modus operandi der Stadt verweist auf die gesellschaftlichen Dispositionen, auf ihren Habitus als Konglomerat von Denk- und Sichtweisen sowie auf Verhaltensformen der gesellschaftlichen Formationen, die sich im Laufe der Zeit wandeln. Die site-specificity Wiens wird mehr als jede andere europäische Stadt somit wesentlich auf ihre akustisch-klangliche Konstruktion zurückgeführt. Im Sinne einer „Gefühlspolitik“ sind diesbezügliche Strategien und Prozesse der musikalischen Stadt-Konstitution zu erforschen, die das Image Wiens prägten und weiterhin prägen (werden). Den konkreten Gegenstand der Forschung stellen Fest-Veranstaltungen im öffentlichen Raum Wiens im Zeitraum von 1945 bis zur Gegenwart dar (unter komparatistischer Einblendung von Rückblicken vor 1945). Die Verbindung der räumlichen Konfiguration Stadt mit dem zeitlichen Modus Feier bilden somit Achsen einer Erzählung und stehen im wechselseitigen Zusammenhang wobei Raum in zweifacher Weise ausgelegt wird: als reeller und als imaginärer, und dadurch die Relativität der historischen Erzählung durch den künstlerischen Blick der Subjektivierung interferiert wird. Erschlossen werden diese Fest-Ereignisse durch umfangreiches, bislang wenig oder unbeachtetes Quellenmaterial, von Text/Bild/Audio-Dokumenten bis hin zu Film-, Fernseh- und Rundfunkaufzeichnungen.

Als Vermittlungsplattform werden gemeinsam mit der Forschungspartnerin TU Wien (Institute of Software Technology & Interactive Systems – ISIS) interaktive Visualisierungslösungen konzipiert und umgesetzt. Die geplante Plattform soll alle Medienformen abbilden und verschränken. Kartographische Darstellungen, ästhetische Bildstrategien und mehrdimensionale künstlerische Translationen zu den ausgewählten Ereignissen werden die Komplexität der Mehrschichtigkeit und Mehrdeutigkeit (Kontingenz) von Geschichte sensorisch erfahrbar machen. Der Visualisierungsmodus sieht eine gleichzeitige mediale Erfahrung (visuell, auditiv, textlich) und differenzierte Rezeption vom reellen und imaginären Raumkonstruktionen vor.

Keywords

Musik-Raum-Zeit, Kartographie, Chronotopos-Analyse (Topographie/-logie), reeller und fiktionaler Raum, Topik der Imagination, Stadtimage, künstlerische kontrafaktische Geschichte, Festkultur, Sinneswahrnehmung – Sensory History, multimediale Umsetzung (visual metaphers und visual analytic solutions)

Gefördert durch

Publikationen

Alfred Kubin: Stadt "Perle"
Alfred Kubin: Stadt "Perle"

Susana Zapke & Stefan Schmidl (Hrsg.): Partituren der Städte. Urbanes Bewusstsein und künstlerischer Ausdruck, in: Edition Kulturwissenschaft (Reihe: Urbane Polyphonie Bd. 1), Transcript Verlag, Bielefeld 2014
> Link zum Verlag   > Interview/Gespräch mit den Autoren (WDR 3)

Detaillierte Information

Lehrveranstaltungen

> Sound of Prater. Interactive Music Mapping Vienna, SoSe 2017
>
Music Mapping Vienna - In Kooperation mit der TU Wien (Prof. Robert Pfaller) und der Universität für angewandte Kunst (Prof. Ernst Strouhal)
> Musik und Kriegseuphorie. Klangszenarien 1914
> Die RAVAG in der Johannesgasse 4a: Inszenierte Jubiläen? Rundfunk und Fernsehen in Österreich seit 1924
Seminar in Kooperation mit dem Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien. 31.10.2014, WS 2014/15, mit Oliver Rathkolb, Peter Dusek, Herbert Hayduck und Susana Zapke.

Workshop WS 2013/14:
Univ. Prof. Dr. Ingo Warnke, Universität Bremen: Schrift macht Orte - Eine Feldstudie zu Linguistic Landscape in der Stadt

Aktivitäten

Deutschlandfunk, Musikjournal, Forschungsprojekt "Music Mapping Vienna!" Staatsoper, Heldenplatz und Prater (Gestaltung: Paul Lohberger), Sendetermin: 6.9.2016
> Bericht

ORF Ö1, Intrada - Exkurs. Musik, Markt, Medien, Music Mapping - Die Verortung der Musik (Gestaltung: Paul Lohberger), Sendetermin: 3.6.2016
> Bericht

Im Rahmen der Lehrveranstaltung Music Mapping Vienna im WS 2014/15 fanden u. a. folgende Aktivitäten statt:

Ausstellungseröffnung und Buchpräsentation: Goethehof - Zwischen Dorfidylle und Weltmetropole. Buchpräsentation mit Wohnbaustadtrat Michael Ludwig. Mit künstlerischen Beiträgen von Studierenden des Universitätslehrgangs Klassische Operette (Leitung: Wolfgang Dosch). 3. Dezember 2014
> Newsbericht
> Zur Veranstaltung

Goethehof - Zwischen Dorfidylle und Weltmetropole. Eine Zeitreise
Mit künstlerischen Beiträgen von Studierenden des Universitätslehrgangs Klassische Operette (Leitung: Wolfgang Dosch). Einführung und Vortrag: Univ.-Prof.in Dr.in Susana Zapke. 10. Februar 2015

Künstlerische Beiträge:
Das Lied von der Ordnung (Jura Soyfer/Günther Leopold), Michael Weiland
Das Lied von der Käuflichkeit des Menschen (Jura Soyfer/Günther Leopold), Wolfgang Dosch
Lied des einfachen Menschen (Jura Soyfer/Günther Leopold), Philipp Landgraf

Universitätslehrgang Klassische Operette:
Sirikanang Suthirawut, John Zhang, Philipp Landgraf, Michael Weiland
Wolfgang Dosch, Leitung
Hande Yusumut, Klavier

> Ankündigung
> Nachbericht wien.at: Zeitreise durch die Geschichte des Goethehofs

> Artikel auf wohnpartner.wien.at

Ausstellungseröffnung im Goethehof m. Studierenden der KONSuni
Ausstellungseröffnung im Goethehof m. Studierenden der KONSuni
Goethehof. Eine Zeitreise - Universitätslehrgang Klassische Operette
Goethehof. Eine Zeitreise - Universitätslehrgang Klassische Operette

Vienna Summer School in Urban Studies:
Understanding Public Spaces: Unravelling Complexities, 1.-5. Juli 2016, Wien. Universität Wien
Right to the City: Appropriations of Public Spaces in Transition, 30. Juni bis 7. Juli 2014, Wien. Universität Wien, Österreichische Akademie der Wissenschaften (Ein WWTF-Projekt)
> Abschlussevent in Kooperation mit der Konservatorium Wien Privatuniversität
> Programm/Timetable
: Seminar - Univ.-Prof.in Dr.in Susana Zapke, Urban Music: A Historical Approach to Viennese Sound and Social Spaces
> Radiosendung dérive – Radio für Stadtforschung: Gespräch mit Univ.-Prof.in Dr.in Susana Zapke (ausgestrahlt am 6.1.2015, Radio Orange 94.0)

Vienna Summer School, Abschlussevent m. Studierenden der KONSuni
Vienna Summer School, Abschlussevent m. Studierenden der KONSuni

Symposium Austrian Cultural Forum New York
Viennese Modernity, chaired by Oliver Rathkolb
Vortrag Univ.-Prof.in Dr.in Susana Zapke: Symphony of the War. Viennese Sound Case-Scenarios 1914


Kooperationsprojekte - Kooperationen im Bildungsbereich:

> Young Science - Zentrum für die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Schule
In Kooperation mit dem Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft
> Vienna Summer School in Urban Studies (Universität Wien)

Interdisziplinäre Tagung:

Wiener Konzerthaus 1913/2013, Konzept: Richard Kurdiovsky & Stefan Schmidl, 24.—25.10.2013
Eine Kooperation von Wiener Konzerthausgesellschaft, IMFG - Internationaler Musikforschungsgesellschaft und dem IKM der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Veranstalter: Wiener Konzerthausgesellschaft
Vortrag Univ.-Prof.in Dr.in Susana Zapke: Wiener Konzerthaus 1913/2013: Ein Wiener Klangraum aus dem Geiste bürgerlich-liberaler Ideologie

> Programm

Urbane Polyphonie. Lebens(T)RaumStadt

Transdiziplinäres Symposion
03.—04.10. 2013, Konservatorium Wien Privatuniversität

Die Metapher der urbanen Polyphonie verweist sowohl auf die mehrstimmige Beschaffenheit des urbanen Raums als auch auf ihre polyvalente Lesbarkeit.

Der Großstadtmensch wird von vielfältigen Eindrücken überwältigt, ja beinahe „vergewaltigt”. In diesem interaktiven Prozess formiert sich sein Seelenleben, sein intellektualistischer Charakter. Dabei werfen das Hören und das Sehen soziologische und ästhetische Fragen der Wahrnehmung auf, die zu einer prozessualen Konstruktion von Raum in zeitlicher und in historischer Hinsicht beitragen. Das Bild, das Georg Simmel in Die Großstädte und das Geistesleben (1903) entwirft, stellt eine solche Komplexität erstmals plastisch dar.

Die Transformation der Stadt lässt sich im Kontrapunkt zwischen dem Individuum und den Zwängen der Gesellschaft ablesen. Zwischen der subjektiven und der objektivierten Wahrnehmung entstehen reelle und erträumte, öffentliche und private Räume, sowie zahlreiche hybride Zwischenräume wie etwa jene der virtuellen Realität.

Das transdisziplinäre Symposium Urbane Polyphonie – Lebens(T)RaumStadt ringt um jene multiplen Stadt-Wahrnehmungen, um die Selbstinszenierung und um die Definition urbaner Räume.
Aus den diversen Fachexpertisen und künstlerischen Positionen soll die komplexe Energie des urbanen Gewebes transdisziplinär behandelt werden.

Konzept und Organisation: Univ.-Prof.in Dr.in Susana Zapke und Univ. Prof. Dipl.-Ing. Dr. Techn. Helmut Kroiß (TU Wien).

Verein für Ökologie und Umweltforschung und die Konservatorium Wien Privatuniversität in Kooperation mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

> Zur Veranstaltung
> Folder zum Download

Partituren der Städte - Urbanes Bewusstsein und künstlerischer Ausdruck

Internationale Fachtagung an der KONSuni
In Kooperation mit der Universität für angewandte Kunst Wien
Aus der Reihe: Social Design und Musik, 26. April 2012

Das Design und die Entzifferung des Urbanen vollziehen sich zugleich auf multiplen Ebenen sozialer Konfigurationen und künstlerischer Wahrnehmung. Stadt ist somit way of life, Projektionsfläche, Image und imaginärer Lebensraum, der seit dem 19. und 20. Jahrhundert eines der zentralen programmatischen Motive in Literatur, Malerei, Film und Musik bildet. Aus der künstlerischen Reflexion über die urbanen Zentren als Lebensmilieu entstehen bukolisch-romantische oder utopisch-kühle Projektionen idealer Städtebilder, sei es als Roman (etwa Balzac, Dickens, Zola, Joyce, Musil), sei es als malerische Impression (z. B. Caillebotte) oder sei es als Musik (Weill, Gershwin, Respighi, Elgar, Delius, Nono etc.).

Vor allem musikalische Deutungen standen im Zentrum der Tagung Partituren der Städte, die Einblick in die Vielfältigkeit künstlerischer Stadterfindungen gab. Anhand konkreter, teilweise komparatistischer Metropolen-Portraits wurden differenzierte Reaktionen auf das Städtische, Optiken und Ausdrucksformen, Vergangenheit und Gegenwart urbaner Imaginationen untersucht.

Vortragende:
Anton Falkeis, Universität für angewandte Kunst Wien
Christine Ivanovic, Universität Wien: London
Susana Zapke, Konservatorium Wien Privatuniversität: Moskau-Paris-Sevilla
Srdan Atanasovski, Kunstuniversität Belgrad: Belgrad
Michael Hüttler, Don Juan Archiv, Wien: Istanbul
Erich Wolfgang Partsch, Österreichische Akademie der Wissenschaften: Venedig
Tatjana Markovic, Karl-Franzens-Universität, Graz: Szigetvár
Richard Kurdiovsky, Österreichische Akademie der Wissenschaften: Prag
Stefan Schmidl, Konservatorium Wien Privatuniversität: Zerstörte Städte

Konzept und Organisation: Univ.-Prof.in Dr.in Susana Zapke und Dr. Stefan Schmidl

25 Jahre Staatsvertrag, 1980, Militärmusikkapellen vor der Österreichischen Nationalbibliothek; Foto: Rudolf Semotan; © ÖNB, Bildarchiv und Grafiksammlung
Plakat zum Projekt "Interactive Music Mapping Vienna"
Erster Mai, Praterstadion, 1949, Massenfestspiel des ASKÖ, "Wir bahnen den Weg", von ca. 2000 ArbeitersängerInnen aufgeführt; © ÖNB, Bildarchiv und Grafiksammlung
25 Jahre Staatsvertrag, 1980, Militärmusikkapellen vor der Österreichischen Nationalbibliothek; Foto: Rudolf Semotan; © ÖNB, Bildarchiv und Grafiksammlung
Eröffnung Wiener Festwochen, Rathausplatz, 1928, Konzert der Wiener Philharmoniker unter Franz Schalk; © ÖNB, Bildarchiv und Grafiksammlung
Erster Mai, Praterstadion, 1949, Massenfestspiel des ASKÖ, "Wir bahnen den Weg", von ca. 2000 ArbeitersängerInnen aufgeführt; © ÖNB, Bildarchiv und Grafiksammlung
Eröffnung Wiener Festwochen, Rathausplatz, 1928, Konzert der Wiener Philharmoniker unter Franz Schalk; © ÖNB, Bildarchiv und Grafiksammlung