Ästhetik-Werkstatt mit Christian Tepe

Fr 25.05.200713:00 Uhr

Ein Seminar nicht nur für Lehrende

Mit der Einführung der Bachelor- und Masterabschlüsse verändert sich das Aufgabenprofil für die Studierenden der Konservatorium Wien Privatuniversität, aber auch auf die Lehrenden kommen neue Herausforderungen zu. Die künstlerisch-musikalische Ausbildung wird anhand der wissenschaftlichen Kunstreflexion vertieft. Zu der praktischen Interpretation, die sich in der Aufführung verwirklicht,  gesellt sich die theoretische Durchdringung, das Zur-Sprache-Bringen von Kunst und Musik.
Selbstverständlich will und muss sich jede Kunstuniversität primär an der schöpferischen Phantasie und der spieltechnischen Brillanz ihrer Absolventinnen und Absolventen messen lassen. Die Einführung der neuen akademischen Grade an der Konservatorium Wien Privatuniversität steht jedoch weder in Konkurrenz zu diesem Auftrag noch beschränkt sie sich auf einen reinen Verwaltungsakt. Vielmehr eröffnet der Bologna-Prozess eine inhaltliche Gestaltungschance für die Institution, um das künstlerische Selbstverständnis der Studierenden herauszubilden und zu festigen.
Dies geschieht zunächst, indem die Qualifikation der Studierenden über Kunst und Musik nachzudenken und zu schreiben entwickelt wird. Das Ziel ist die selbstbestimmte Anfertigung der Examensarbeiten. Dabei werden Zusammenhänge zwischen Theorie und Praxis veranschaulicht und ein tieferes Verständnis ästhetischer Phänomene erreicht. So erweitert sich der Blickwinkel der Studierenden über die Grenzen der eigenen Profession hinaus. Sie lernen außerdem, ihre künstlerische Tätigkeit im gesellschaftlichen Kontext zu reflektieren. Sie erkennen den überragenden Wert der ästhetischen Bildung für eine zunehmend von ökonomischen Zwängen überformte Lebenswelt.
Das Seminar „Ästhetik für MusikerInnen und KünstlerInnen“ stellt an fünf Vormittagen Sujets und Strategien vor, die die Studierenden zu einem kunstgerechten wissenschaftlichen Arbeiten befähigen.

Der Philosoph Christian Tepe zählt zu den herausragendsten Begabungen auf dem Gebiet der philosophischen Ästhetik im deutschen Sprachraum. Er verbindet eine tiefe Einsicht in die Ästhetik als philosophische Disziplin mit einem umfassenden und inneren Verständnis ihres Gegenstandes, der Kunst, wobei sein Interesse hauptsächlich der Musik und dem Musiktheater in all seinen Facetten gilt. Seine anschauliche Art der Darstellung und seine Kompetenz haben ihn, neben seiner Hochschullehrtätigkeit in den Fächern Ästhetik und Ethik, zu einem gefragten Musikjournalisten z.B. für Künstlerportraits und Konzertrezensionen werden lassen. Publikationen (u.a.): „Ästhetik als Freiheitsdenken. Essays über das Schöne“ (Marburg 2001)


5. Der Philosoph als Musiker:
Theodor W. Adornos Kritische Theorie der Gesellschaft als philosophische Hommage an die Musik der Zweiten Wiener Schule
Freitag, 25. Mai 2007

 
Die maßgeblich von Adorno geprägte „Kritische Theorie“ gehört zu den einflussreichsten philosophischen Strömungen des 20. Jahrhunderts. Betrachtet man ihre Ursprünge, die Auseinandersetzung Adornos mit der Wiener Musikkultur zu Beginn des 20. Jahrhunderts, ließe sich mit größerem Recht von einer „Wiener Schule“ denn von der „Frankfurter Schule“ sprechen. Im autonomen Künstler der Wiener Avantgarde sieht Adorno das Ideal des freien Individuums.  Die Befreiung der Musik von der Grundtonbezogenheit interpretiert er als das Modell einer gesellschaftlichen Befreiung. Das reicht tief bis in die ungewöhnliche Bauart seiner Texte hinein. Adornos Verzicht auf eine lineare thesenzentrierte Gedankenentfaltung zugunsten einer konstellativen Denkbewegung entspricht dem Vermeiden von tonalen Bezugspolen sowie der Gleichrangigkeit der Töne in der Musik. Wo es in der Musik um eine Emanzipation des Tones von der Determination durch die Tonalität geht, strebt Adorno durch seine hermetische Sprache die Befreiung des Denkens von der alltäglichen Informationssprache und ihren inhaltlichen Begrenzungen an.

Termin
Fr25.05.200713:00Uhr
Veranstaltungsort
Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien, Erkersaal Johannesgasse 4a 1010 Wien
Kartenpreise
Eintritt frei
Christian Tepe
Christian Tepe

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