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30.01.2017 — Wissenschaft und Forschung | Alte Musik | Jazz | Tanz | Alumni | Instrumentalsolisten

Förderstipendien der Stadt Wien vergeben

Katharina Humpel, Lena Pirklhuber und Phillip Schröter erhalten für ihre wissenschaftlichen Abschlussarbeiten ein Stipendium der Stadt Wien. Wir gratulieren!

Die wissenschaftlichen Abschlussarbeiten von Katharina Humpel, Lena Rosa-Marie Pirklhuber und Phillip Schröter wurden von der fakultätsübergreifenden Kommission beider Studien- und Forschungskommissionen ausgewählt und erhalten einen Förderpreis in Höhe von jeweils € 1.000,- der Kulturabteilung der Stadt Wien (MA 7). Herzliche Gratulation!

Über die PreisträgerInnen und ihre Arbeiten

Katharina Humpel

JE NÄRRISCHER DESTO SCHÖNER - Die Kadenzen in den Oboenkonzerten der Fürst Thurn und Taxis Hofbibliothek in Regensburg im Vergleich zu theoretischen Traktaten des 18. Jahrhunderts als Grundlage und Inspiration für das Erstellen eigener Kadenzen

Studiengang Alte Musik
Betreuung: Andreas Helm

Im Rahmen der Recherche für ihre Masterarbeit entdeckte Katharina Humpel unzählige Konzerte für Oboe und Orchester, die in der Fürst Thurn und Taxis Hofbibliothek in Regensburg aufbewahrt werden. Bei einigen dieser Werke sind ausgeschriebene Kadenzen in der Solostimme erhalten. Das ist ein großes Glück, gibt es doch gerade für Bläser kaum originale Kadenzen von Musikern des 18. Jahrhunderts überliefert. Die Arbeit stellt den Versuch dar, diese kurzen Improvisationen mit Kadenzbeschreibungen in Theorietraktaten aus dieser Zeit zu vergleichen. Da das Verändern des Notentexts durch Verzierungen und das spontane Improvisieren heute oft eine Hemmschwelle darstellen, soll die Arbeit Musikern diese „Sprache“ näher bringen und das Erfinden eigener Kadenzen vereinfachen.

Katharina Humpel wuchs im Weinviertel auf und erhielt im Alter von zehn Jahren ihren ersten Oboenunterricht. Nach ihrer Ausbildung an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (Thomas Höniger) und am Mozarteum Salzburg (Stefan Schilli) und Konzerterfahrung in Orchestern wie dem RSO Wien, dem Orchester der Volksoper Wien oder der Österreich – Ungarischen Haydnphilharmonie, begann sie, sich intensiv mit historischer Aufführungspraxis zu beschäftigen. Sie studierte Barockoboe bei Andreas Helm und Alfredo Bernardini in Wien und Salzburg. Katharina Humpel arbeitet mit internationalen Ensembles und nahm an Konzerten bei renommierten Festivals teil, Konzertreisen führten sie durch viele Länder Europas und Asiens. Ein besonderer Fokus liegt im Bereich der Kammermusik. Sie ist Preisträgerin mehrerer Wettbewerbe (u. a. Fidelio Wettbewerb), sie unterrichtet an der Musikschule Purkersdorf und ist als Dozentin bei Sommerkursen (z.B. Oboe Fagott Festival Kremsmünster) tätig.

Lena Rosa-Marie Pirklhuber

Zeitgenössischer Tanzunterricht als kunstpädagogischer Beitrag zur psychomotorischen Entwicklung blinder und hochgradig sehbeeinträchtigter Kinder von 6 bis 10 Jahre

Studiengang Zeitgenössische Tanzpädagogik
Betreuung: Manfred Aichinger

In ihrer Bachelorarbeit fragt Lena Pirklhuber welche Rolle Bewegung in der psychomotorischen Entwicklung von Kindern spielt, die nicht oder nur gering auf den Sehsinn zurückgreifen können. Darauf aufbauend beschreibt sie spezifische methodische Überlegungen, die Tanzunterrichtende im Umgang mit dieser Zielgruppe beachten sollten und spannt dabei einen Bogen zu den Inhalten und Zielen der Psychomotorik als ganzheitliches Förderkonzept.

Lena Rosa-Marie Pirklhuber, geboren 1993 in Kirchdorf/Krems, Matura am örtlichen BORG, schloss 2016 ihr Studium Zeitgenössische Tanzpädagogik an der MUK ab. Sie stand als Tänzerin u. a. im Dschungel Wien im Stück war game auf der Bühne, wirkte beim Projekt living room des Choreografen Willi Dorner mit und war Preisträgerin beim 14. Fidelio-Wettbewerb (Porgy & Bess, 2015). Neben Lenas tanzpädagogischer Arbeit im Bereich Kinder und Jugendliche, ist sie am Aufbau einer inklusiven Tanzschule für blinde und sehende Menschen in Wien beteiligt („Lilli´s Ballroom“). Seit 2016 studiert sie zudem Psychologie an der Uni Wien und interessiert sich besonders für die Schnittstelle Tanz/Therapie.

Philip Schröter

Perkussiver Stimmeinsatz / Beatbox in der Pädagogik
Beatbox – ein neuer Weg in der Musikpädagogik / Förderung des musikalischen Interesses und Auswirkungen auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen durch den Einsatz von Beatbox und Musik

Studiengang Master of Arts Education
Betreuung: Edwin Vanecek

Beatboxing hat Phillip Schröter schon in jungen Jahren fasziniert und er begann früh mit vokalen Sounds zu experimentieren. Die Faszination für das Neue, Experimentelle ist auch nach seinen sechsjährigen Studien geblieben und hat sich vielmehr ausgedehnt. In seiner Masterarbeit beleuchtet er anhand von Beispielen die aktuelle Situation, gibt einen detaillierte Überblick über Geschichte, Technik und Anwendung von Beatboxing und setzt sich mit verschiedenen rhythmischen Herangehensweisen, binärer und ternärer Rhythmik sowie indischer Rhythmik auseinander. Im zweiten Teil der Arbeit widmet er sich dem Aufbau von Beatbox-Workshops und Unterricht und unternimmt den Versuch, neue Wege zu finden, um Beatbox besser in die Pädagogik, vor allem in den Musik-Unterricht in der Regelschule, einzubinden. Des Weiteren stellt er die Frage, ob Beatbox als neuer Zugang zur Musik gesehen werden und Kindern, beziehungsweise Jugendlichen so die Musik leichter näher gebracht werden kann.

Bereits im Alter von fünf Jahren erhielt Phillip Schröter, aufgewachsen in Salzburg Stadt, Klavierunterricht bei Yella Schwarzer beziehungsweise ab dem 13. Lebensjahr Jazz- und Popularklavierunterricht bei Bruno Yuen. Mit 14 Jahren begann er sich dann auf die Stimme zu spezialisieren und erhielt Jazz- und Popular Gesangsunterricht bei Irene Kaltenböck. In den Jahren von 2010 bis 2014 absolvierte er den Studiengang Bachelor-Jazzgesang bei Ines Dominik-Reiger und 2014 bis 2016 den Master of Arts Education, die er beide mit ausgezeichnetem Erfolg abschloss.
Künstlerische Erfahrung sammelte er über die Jahre in vielen, unterschiedlichen Projekten, u.a. in seinen A Capella Bands Aspiro und Flo's Bros 4.1, sowie in Zusammenarbeit mit hochkarätigen KünstlerInnen. Seit langer Zeit beschäftigt er sich außerdem mit den verschiedenen Sound-Facetten der Stimme und rhythmischen Elementen (Vocal Percussion, Beatbox), die mit Hilfe von Mund und Rachen produziert werden können und gibt dazu regelmäßig Workshops. Phillip Schröter ist Preisträger bei der Marianne-Mendt-Nachwuchsförderung sowie Gewinner des Fidelio Wettbewerbs 2013 und 2014. Seit 2015 ist er u. a. als Keyboarder und Musical Director der Band von Conchita engagiert.

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