Nachbericht: Prominenter Besuch an der MUK

13.05.2016 Instrumentalsolisten Meisterklasse/Masterclass/Workshop
Håkan Hardenberger und Matthias Kernstock
Håkan Hardenberger und Matthias Kernstock

Der seit nunmehr 25 Jahren wohl bedeutendste Trompeter der Welt, der Schwede Håkan Hardenberger, hat der MUK im Rahmen einer Meisterklasse die Ehre seines Besuches erwiesen.

Auf Einladung von Roman Rindberger erarbeitete er in einer ebenso faszinierenden wie erhellenden Meisterklasse zusammen mit dem MUK-Studierenden Matthias Kernstock das Trompetenkonzert Nobody knows de trouble I see von Bernd Alois Zimmermann.

Hardenberger ist als Solist regelmäßig bei den weltweit renommiertesten Orchestern zu Gast, z. B. dem New York Philharmonic Orchestra, dem Boston Symphony Orchestra, den Wiener Philharmonikern, dem Swedish Radio Symphony Orchestra, dem London Symphony Orchestra, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem NHK Symphony Orchestra bis hin zu den Berliner Philharmonikern.

Das Trompetenkonzert Zimmermanns, das trotz seines Entstehungsdatums in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts durchaus aktuelle politische Züge trägt (“Das Werk will in der Verschmelzung von drei stilistisch scheinbar so heterogenen Gestaltungsprinzipien gleichsam einen Weg der brüderlichen Verbindung zeigen", so Bernd Alois Zimmermann in einem Einführungstext aus dem Jahre 1954) hat Hardenberger nach eigener Auskunft bis dato „weit über 100 Mal“ aufgeführt; er darf sozusagen als dessen „Wiederentdecker“ und Förderer gelten. Nobody knows de trouble I see gehört zu den schwierigsten Konzerten der modernen Trompetenliteratur, verlangt es dem Solisten neben einer hohen Beweglichkeit und Sicherheit über alle Register des Instrumentes hinweg auch besondere Fähigkeiten emotionaler und artikulatorischer Nuancierung sowie ein immenses Maß an physischer Kraft ab.

Matthias Kernstock meisterte diese Aufgabe mit Bravour. Sachkundig unterstützt von Andreas Stoehr, der zwei Studierende seiner Dirigentenklasse, Katharina Müllner und Feliks Borsky, an zwei Klavieren ebenso gelassen wie genau durch die komplexe Partitur führte, wuchs Kernstock während der Arbeit an diesem Stück über sich hinaus. Dies war nicht zuletzt das Verdienst Hardenbergers, der nicht nur musikalisch wie instrumentalistisch über jeden Zweifel erhaben ist, sondern darüber hinaus die seltene Gabe besitzt, eine für alle Beteiligten angstfreie Atmosphäre zu erschaffen, in der ein wirklicher Fortschritt überhaupt erst möglich zu sein scheint. So gab er höchst aufschlussreiche Hinweise zu Instrumentierung und Dämpfereinsatz, zur Gestaltung und Gewichtung musikalischer Einheiten wie zur praktischen Umsetzung eines solch anspruchsvollen Werkes.

Hardenberger verstand es z. B. zu vermitteln, daß an der Realisierung dieser Musik – Zimmermanns Trompetenkonzert darf mittlerweile zum Kernrepertoire der Musik des 20. Jahrhunderts gezählt werden – tatsächlich der ganze Körper teilhaben darf, soll die Aufführung gelingen. Er erläuterte darüberhinaus wie mit der in der Musikausbildung aller Ebenen und aller Genres leider weit verbreiteten „Angst vor falschen Noten“ konstruktiv umzugehen sei und gab dafür höchst beeindruckende verbale Erklärungen und praktische Beispiele. So gelang es ihm, den Studierenden Matthias Kernstock innerhalb kurzer Zeit gleichsam über sich selbst hinauswachsen zu lassen – sehr zur Freude aller Beteiligten und des begeisterten Publikums.

In der an die Meisterklasse anschließenden Fragerunde ging Hardenberger auf Beiträge der Anwesenden ein. Es gelang ihm dabei wahrlich meisterhaft, komplizierteste Sachverhalte zur Instrumentaltechnik in sehr anschaulichen Begriffen zu erklären und diese Ergebnisse sogleich akustisch erlebbar und erfahrbar zu machen.

Bernd Alois Zimmermanns Trompetenkonzert Nobody knows de trouble I see mit Matthias Kernstock als Solist wird am 18. Juni 2016, 19.30 Uhr im Rahmen der neuen Reihe Tratto vom Symphonieorchester der MUK unter der Leitung von Andreas Stoehr im ORF RadioKulturhaus zur Aufführung kommen (Karten beim RadioKulturhaus unter +43 1 501 70 377 oder radiokulturhaus@orf.at erhältlich).

(Jörg Engels)


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