Förderstipendien der Stadt Wien für Daniel Gottfried, Anna Grüssinger und Lorin Wey

28.04.2015 Instrumentalsolisten Oper/Operette/Lied/Chor Tanz Neue Musik Wissenschaft und Forschung Zeitgenössische Musik/Kunst KONS.forschung
Anna Grüssinger © Privat
Anna Grüssinger © Privat

Die wissenschaftlichen Abschlussarbeiten der drei AbsolventenInnen werden mit jeweils einem Stipendium der Stadt Wien ausgezeichnet. Wir gratulieren!

Der Senat wählte die drei wissenschaftlichen Abschlussarbeiten von Daniel Gottfried, Anna Grüssinger und Lorin Wey aus, diese wurden von der Kulturabteilung der Stadt Wien (MA7), Geschäftsgruppe Kultur und Wissenschaft, mit je einem Stipendium im Wert von EUR 1000,- ausgezeichnet.

Über die PreisträgerInnen und ihre Arbeiten

Daniel Gottfried: Symbole und Verweise in der französischen Musik des 20. Jahrhunderts
Studiengang Musikleitung und Komposition

Musik besitzt die Fähigkeit, mithilfe strukturbildender Elemente Emotionen auszudrücken oder zu erwecken, zu erzählen oder auch nur auf sehr subtile Art und Weise etwas anzudeuten. Daniel Gottfried nahm seine Bachelorarbeit im Bereich Komposition zum Anlass zur intensiveren Beschäftigung bzw. genaueren Erforschung dieser Fähigkeiten von Musik. Im Mittelpunkt seines Interesses stand dabei v.a. die extrinsische Symbolik der Musik des 20. Jahrhunderts. Den Ausgangspunkt der Arbeit bilden Werke von Komponisten aus dem Umfeld der Symbolisten: 24 Préludes von Claude Debussy sowie Préludes pour piano von Olivier Messiaen. Durch die Gegenüberstellung dieser beiden Werkzyklen wird veranschaulicht was sich an der Symbolik der Musik innerhalb von kaum zwei Jahrzehnten verändert hat bzw. welche Darstellungsformen gleich geblieben sind. Ziel dieser Arbeit ist es, sowohl den Interpreten durch die systematische Herausarbeitung und Diskussion zur Bedeutung der verschiedenen Symbole als Inspirationsquelle zu dienen, als auch den wichtigen richtungsweisenden Einfluss, den die oben genannten Werke auf die Behandlung von Symbolen bis heute ausüben, hervorzuheben.

Daniel Gottfried erhält seit seinem sechsten Lebensjahr Unterricht im Klavier- und Orgelspiel sowie in Musiktheorie. Im September 2009 begann er ein Bachelorstudium Orgel an der Konservatorium Wien Privatuniversität bei Michael Gailit, das er 2013 mit ausgezeichnetem Erfolg abschloss, derzeit befindet er sich im Masterstudium. Im September 2011 begann er zusätzlich ein Bachelorstudium Komposition bei Christian Minkowitsch, das er 2014 mit der nun ausgezeichneten Arbeit und ausgezeichnetem Erfolg abschloss. Es entstanden bereits zahlreiche Solo- und Ensemblestücke für die unterschiedlichsten Besetzungen, die in Wien uraufgeführt wurden. Daniel Gottfried verfolgt eine sehr aktive Karriere als Konzertorganist und Improvisator im In- und Ausland, wobei er auch eigene Kompositionen uraufführt. Seine Bachelorarbeit zum Thema Organisten und Orgelmusik im österreichischen Rundfunk wurde ebenfalls mit einem Förderstipendium der MA 7 ausgezeichnet.

Anna Grüssinger: Jérôme Bel und Theater Hora: Disabled Theater. Stückanalyse unter Berücksichtigung der Frage nach Authentizität
Studiengang Zeitgenössische Tanzpädagogik

In ihrer Bachelorarbeit unter dem Titel Jérôme Bel und Theater HORA: Disabled Theater. Stückanalyse unter Berücksichtigung der Frage nach Authentizität hat Anna Grüssinger die Zusammenarbeit des französischen Choreografen Jérôme Bel mit dem Ensemble HORA aus Zürich, einer Kompanie mit DarstellerInnen mit geistiger Behinderung, untersucht. Besonderes Interesse galt dabei der Frage nach der Authentizität des Stückes. Dieser vielseitige Begriff wird im Kontext der Entwicklungs- und Probenarbeit von „Disabled Theater“, im Gesamtoeuvre von Bel sowie in der (medialen) Rezeption des Stückes betrachtet. Mit dem Einzug von Randgruppen — seien es nun geistig oder körperlich behinderte DarstellerInnen, alte Menschen oder MigrantInnen, auf jeden Fall handelt es sich um Angehörige von jenen gesellschaftlichen Gruppen, die nicht den gängigen Vorstellungen von Normalität entsprechen, — ins Theater verändert sich auch das Bild, das sich unsere Gesellschaft von sich selbst macht.

Anna Grüssinger hat an der FH JOANNEUM in Graz Journalismus und Unternehmenskommunikation studiert und Berufserfahrung in Öffentlichkeitsarbeit und Kunstvermittlung renommierter Kulturinstitutionen gesammelt. Von 2010 bis 2014 studierte sie Zeitgenössische Tanzpädagogik an der Konservatorium Wien Privatuniversität. Neben ihrer tanzpädagogischen Arbeit (vorrangig im Kinder- und Jugendbereich) ist Anna Grüssinger im Schuljahr 2014/15 als Sondervertragslehrerin an einer Neuen Mittelschule im 10. Bezirk tätig, wo sie Englisch, Tanz und Theater unterrichtet. Ihre besonderen Interessensgebiete umfassen partizipatorische Kunstproduktion, Theaterpädagogik, Inklusionstheater sowie interdisziplinäre Projekte (v.a. Literatur, Text, Sprache).

Lorin Wey: Sexualität und Gesellschaft in Benjamin Brittens Kammeroper „The turn of the screw“
Studiengang Sologesang

In seiner Untersuchung von Benjamin Brittens/Myfanwy Pipers Kammeroper The Turn of the Screw analysiert Lorin Wey die Darstellung von Sexualität und Gesellschaft. Dabei richtet sich das Augenmerk insbesondere auf den „cultural conflict between heterosexuality and homosexuality“, der durch die gegensätzlichen Figuren der Governess und des Geistes Peter Quint hergestellt wird. In der Arbeit werden die drei Hauptcharaktere — die Governess, Peter Quint und Miles, und ihre Beziehung zueinander — in Hinblick auf textliche und musikalische (In-)Kongruenzen und Hinweise analysiert. Die Charakterisierung und Untersuchung der jeweiligen Figuren und ihre Beziehungen zueinander werden  mit dem viktorianisch beeinflussten, heteronormativen Gesellschaftsbild der Entstehungszeit der Oper kontextualisiert. Dabei soll in letzter Konsequenz gezeigt werden, dass Britten, in einer Zeit in der Homosexuelle vom Staat verurteilt wurden, trotzdem, mithilfe metaphorischer Andeutungen und versteckter Symbolik, die Homosexualität und ihren Ausschluss aus der heteronormativen Gesellschaft zum gesellschaftskritischen Hauptthema seiner Oper machte.

Lorin Wey wurde 1990 in Bern geboren, 1994 folgte die Übersiedlung nach Wien, wo er seine erste musikalische Ausbildung bei den Wiener Sängerknaben erhielt. Seit 2010 studiert er Sologesang an der Konservatorium Wien Privatuniversität bei KS Gabriele Sima. Sein Tätigkeitsfeld umfasst auch moderne und zeitgenössische Musik.

Weitere Informationen

Förderstipendium der Stadt Wien


DIE MUK

Die MUK versteht sich als progressive Musik- und Kunstuniversität, die in den Bereichen Musik, Tanz, Schauspiel und Gesang kulturelle Werte schafft. Die MUK ist die einzige Universität im Eigentum der Stadt Wien und vereint hier den international besten Nachwuchs und herausragende Lehrende.
 

KONTAKT

 

Johannesgasse 4a
1010 Wien
Österreich

 

+43 1 512 77 47

 

+43 1 512 77 47-7913

 

office@muk.ac.at

ÖFFNUNGSZEITEN

Montag — Freitag: 8.00 — 22.00 Uhr
Samstag: 8.00 — 18.00 Uhr
Sonntag und Feiertag geschlossen
 

    ÖFFNUNGSZEITEN STUDIENREFERAT

    ÖFFNUNGSZEITEN KASSA

    ÖFFNUNGSZEITEN BIBLIOTHEK